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Growth Mindset in der Führung: Der eigentliche Hebel

Zwei Fahrer verschätzen sich an derselben Kreuzung und würgen den Motor ab. Der eine denkt: „Ich bin einfach kein guter Fahrer, das war ich noch nie.“ Der andere denkt: „Interessant, was mache ich beim nächsten Mal anders?“ Gleiche Situation, gleicher Fehler, und trotzdem trennen sich hier zwei völlig unterschiedliche Zukünfte. Denn der erste hört auf zu lernen, der zweite fängt gerade erst an.

Dieser eine innere Satz ist das, was die Psychologin Carol Dweck als Mindset bezeichnet, als Grundhaltung gegenüber den eigenen Fähigkeiten. Und ich bin überzeugt, dass diese Haltung der eigentliche Hebel für wirksame Führung ist, wichtiger als jede Methode und jedes Werkzeug. Denn sie entscheidet, ob du und dein Team stehen bleiben oder weiterfahren. Steigen wir ein.

Das Wichtigste in Kürze

Zwei Grundhaltungen: fest oder wachsend

Reden wir Klartext. Im Fixed Mindset glaubst du, dass Talent und Fähigkeit weitgehend feststehen. Du hast es oder du hast es nicht. Fehler sind in dieser Logik ein Beweis dafür, dass du eben nicht gut genug bist, also vermeidest du sie, und mit ihnen alles, was schwierig werden könnte. Im Growth Mindset dagegen glaubst du, dass Fähigkeiten wie ein Muskel wachsen, wenn du sie forderst. Ein Fehler ist dann kein Urteil, sondern eine Rückmeldung darüber, wo du noch üben darfst.

Wichtig ist: Kaum jemand hat nur das eine oder das andere. Wir alle tragen beide Haltungen in uns, je nach Bereich. Vielleicht hast du beim Netzwerken ein Growth Mindset, aber bei Zahlen ein Fixed Mindset, oder umgekehrt. Der erste Schritt ist deshalb, überhaupt zu bemerken, aus welcher Haltung heraus du gerade denkst.

Das kleine Wort, das alles verändert

Es gibt einen verblüffend einfachen Hebel, um von der einen in die andere Haltung zu wechseln, und das ist das Wörtchen „noch“. „Ich kann nicht gut vor Gruppen sprechen“ ist ein Urteil, ein geschlossenes Tor. „Ich kann noch nicht gut vor Gruppen sprechen“ ist eine Momentaufnahme auf einer Strecke, die weitergeht. Dasselbe gilt für dein Team. Wenn ein Mitarbeiter sagt, er könne das nicht, dann ergänze in Gedanken das „noch“ und du hast sofort eine Entwicklungsaufgabe statt einer Sackgasse.

Die drei Zonen: wo Wachstum wirklich passiert

Stell dir deine Fähigkeiten wieder als eine Fahrt vor. In der Komfortzone fährst du bekannte Strecken, alles läuft locker von der Hand, aber du lernst nichts Neues. Direkt dahinter liegt die Lernzone, wo es leicht unbequem wird, wo du dich strecken musst und genau deshalb wächst. Fährst du zu weit, landest du in der Panikzone, wo die Überforderung so groß ist, dass gar nichts mehr geht.

Der Trick ist, dich und dein Team bewusst immer wieder ein kleines Stück aus der Komfortzone in die Lernzone zu schicken, aber eben nicht in die Panik. Genau dort, an dieser Kante zwischen vertraut und fordernd, entsteht Entwicklung. Wie du diese Haltung dauerhaft lebst, vertiefe ich dir unter Nie auslernen als Führungskraft.

Prinzip

Nicht „ich kann das nicht“. Sondern „ich kann das noch nicht“. Ein Wort, und aus einer Sackgasse wird eine Strecke.

Warum das Mindset der Hebel für Führung ist

Hier kommt der Punkt, der mir besonders wichtig ist. Deine Haltung bleibt nie bei dir allein. Ein Growth Mindset lässt sich nicht anordnen, aber es ist ansteckend. Führst du aus einem Fixed Mindset heraus, bestrafst du Fehler und feierst nur Erfolge, dann lernt dein Team schnell, Fehler zu verstecken, statt aus ihnen zu lernen. Warum das so gefährlich ist, zeige ich dir unter Fehlerkultur im Team.

Führst du dagegen aus einem Growth Mindset, wird sichtbares Lernen zur Normalität. Du fragst nicht nur, ob ein Ziel erreicht wurde, sondern auch, was dabei gelernt wurde. So entsteht Stück für Stück eine lernende Kultur. Und das passt zu einem Gedanken aus einem früheren Kapitel: Deine Persönlichkeit ist zwar erstaunlich stabil, aber deine Haltung zum Lernen kannst du jederzeit verändern. Genau deshalb ist sie dein stärkster Hebel.

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Reise-Kompass

Jeder Artikel hier ist eine Etappe auf deiner Reise. Der Kompass zeigt dir, wo du gerade stehst und wohin es als Nächstes geht.

Du bist hier: Growth Mindset in der Führung.

Dein nächster Schritt: Mach diese Haltung zur Gewohnheit, die nie auslernt.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fixed und Growth Mindset?

Ein Fixed Mindset geht davon aus, dass Fähigkeiten festgelegt sind, man hat Talent oder eben nicht. Ein Growth Mindset geht davon aus, dass Fähigkeiten durch Anstrengung und Übung wachsen. Der Unterschied zeigt sich vor allem im Umgang mit Fehlern und Rückschlägen.

Kann man sein Mindset wirklich ändern?

Ja. Anders als der stabile Kern der Persönlichkeit ist die Haltung zum Lernen gut veränderbar. Ein einfacher Anfang ist das Wort „noch“: aus „ich kann das nicht“ wird „ich kann das noch nicht“. Damit öffnest du eine Sackgasse wieder zur Strecke.

Warum ist das Mindset für Führungskräfte so wichtig?

Weil deine Haltung ansteckend ist. Bestrafst du Fehler, versteckt dein Team sie. Behandelst du Fehler als Lernchance, entsteht eine lernende Kultur. Deine Grundhaltung prägt damit die Entwicklungsfähigkeit deines ganzen Teams.

Was sind die drei Zonen?

Die Komfortzone, in der alles vertraut ist, aber nichts Neues wächst. Die Lernzone direkt dahinter, in der es leicht unbequem wird und genau deshalb Entwicklung entsteht. Und die Panikzone, in der die Überforderung so groß ist, dass Lernen blockiert. Wachstum passiert in der Lernzone.

Quellen und zum Weiterlesen

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