Reise des Lebens · Den Fokus halten

Was du kontrollieren kannst, und was nicht

Du stehst im Stau. Vor dir tausend Bremslichter, hinter dir ist auch kein Zurück. Du kannst hupen, fluchen, dich innerlich verausgaben, und trotzdem bewegt sich kein einziges Auto schneller. Was du sehr wohl beeinflussen kannst, ist deine Spur, dein Tempo, deine nächste Abfahrt und vor allem, wie du die Zeit im Stau verbringst. Genau darum geht es in diesem Kapitel.

Denn Führung fühlt sich oft an wie eine Dauerfahrt im dichten Verkehr. Die Marktlage, die Entscheidung von ganz oben, das Wetter, die Weltlage, all das liegt außerhalb deiner Reichweite. Und trotzdem verbringen viele Führungskräfte ihre halbe Energie damit, sich daran aufzureiben. Der Circle of Control ist ein einfaches, uraltes Denkwerkzeug, das dir hilft, deine Kraft dorthin zu lenken, wo sie tatsächlich etwas bewegt.

Das Wichtigste in Kürze

Die drei Kreise

Stell dir drei Kreise vor, einer im anderen. Im innersten liegt dein Kontrollkreis: alles, worüber du allein bestimmst. Deine eigene Haltung, deine Vorbereitung, dein Tonfall, wie du auf eine Nachricht reagierst, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest. Hier hast du das Steuer fest in der Hand.

Im mittleren Kreis liegt dein Einflusskreis: Dinge, die du nicht allein bestimmst, aber prägen kannst. Die Stimmung im Team, die Entscheidung deines Chefs, die Motivation eines Mitarbeiters. Du hältst hier nicht das Steuer, aber du sitzt mit am Tisch. Im äußersten Kreis liegt schließlich deine Betroffenheit: alles, was auf dich einwirkt, ohne dass du es ändern kannst. Die Konjunktur, gesetzliche Vorgaben, die Vergangenheit, das Wetter.

Warum wir im äußeren Kreis Energie verlieren

Das Tückische ist, dass der äußere Kreis am lautesten ist. Über die Konjunktur lässt sich trefflich klagen, über die Entscheidung von oben stundenlang schimpfen. Nur verändert dieses Klagen nichts, außer dass es dich leert. Jede Einheit Energie, die du in den äußeren Kreis steckst, fehlt dir im inneren, dort, wo du wirklich etwas bewegen könntest.

Der stille Trick erfolgreicher Führungskräfte ist keine Technik, sondern eine Gewohnheit: Sie fragen sich bei jedem Ärgernis zuerst, in welchem Kreis es liegt. Liegt es im Kontroll- oder Einflusskreis, handeln sie. Liegt es im äußeren Kreis, lassen sie es bewusst los, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern um ihre Kraft zu schützen. Diese Unterscheidung ist der Kern von gutem Umgang mit Druck.

Prinzip

Du kannst den Stau nicht auflösen. Aber du bestimmst deine Spur, dein Tempo und deine nächste Abfahrt.

Ein Gedanke, der 2000 Jahre alt ist

Dieses Prinzip ist kein moderner Management-Trend. Schon der Philosoph Epiktet brachte es vor fast zweitausend Jahren auf den Punkt: Manches liegt in unserer Macht, manches nicht. Alles Leid, so seine Beobachtung, entsteht daraus, dass wir versuchen zu kontrollieren, was nicht in unserer Macht liegt, und vernachlässigen, was sehr wohl in unserer Macht liegt. Der Circle of Control ist nichts anderes als die moderne, praktische Fassung dieses uralten Gedankens.

Was das für dich als Führungskraft heißt

Für dich selbst heißt es: Wenn dich etwas zermürbt, sortiere es zuerst in einen der drei Kreise, bevor du reagierst. Das allein senkt den Druck spürbar, weil du aufhörst, gegen Unveränderliches anzurennen. Es macht dich auch in unsicheren Zeiten zu einem ruhigen Pol, und wie du diese Orientierung ausstrahlst, vertiefe ich dir an anderer Stelle.

Für dein Team gilt dasselbe in größerem Maßstab. Menschen, die das Gefühl haben, nichts kontrollieren zu können, werden passiv oder zynisch. Deine Aufgabe ist es, ihren eigenen Kontrollkreis sichtbar zu machen: Zeig ihnen, worauf sie sehr wohl Einfluss haben, statt sie mit dem zu erschlagen, was ohnehin feststeht. Genau so entsteht Eigenverantwortung.

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Reise-Kompass

Jeder Artikel hier ist eine Etappe auf deiner Reise. Der Kompass zeigt dir, wo du gerade stehst und wohin es als Nächstes geht.

Du bist hier: Was du kontrollieren kannst, und was nicht.

Dein nächster Schritt: Lerne, den Druck aktiv zu steuern, statt dich von ihm treiben zu lassen.

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Häufige Fragen

Was ist der Circle of Control?

Ein einfaches Denkwerkzeug, das Dinge in drei Kreise sortiert: was du allein kontrollierst, was du beeinflussen kannst und was dich nur betrifft, ohne dass du es änderst. Es hilft dir, deine Energie dorthin zu lenken, wo sie wirklich wirkt.

Wie hilft mir der Circle of Control im Führungsalltag?

Er verhindert, dass du dich an Unveränderlichem aufreibst. Wenn dich etwas belastet, sortierst du es zuerst in einen Kreis. Liegt es im Kontroll- oder Einflusskreis, handelst du. Liegt es außerhalb, lässt du es bewusst los und schützt so deine Kraft.

Ist das nicht einfach Gleichgültigkeit?

Nein. Loslassen bedeutet hier nicht, dass dir etwas egal ist, sondern dass du aufhörst, Energie in etwas zu stecken, das du ohnehin nicht ändern kannst. Genau diese Energie brauchst du für die Dinge, die in deiner Hand liegen.

Woher stammt die Idee?

Der Kern ist zweitausend Jahre alt und geht auf den stoischen Philosophen Epiktet zurück. In moderner Form wurde die Unterscheidung von Kontroll- und Einflusskreis unter anderem durch Stephen Covey bekannt.

Quellen und zum Weiterlesen

Du willst aufhören, dich an Dingen aufzureiben, die du nicht ändern kannst? In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, worauf du deine Kraft als Führungskraft wirklich richten solltest. Kostenloses Erstgespräch →