Gehirne im Dauer-Alarm: Was Stress mit Zustellern macht – und wie resiliente Führung Gesundheit schützt

Sichtlich erschöpfter Paketbote steht im offenen Lieferwagen vor vielen Black-Friday-Paketen; im Hintergrund sind Uhr- und Gehirn-Symbole als Zeichen für Zeitdruck und mentalen Stress zu sehen.

1. Warum uns die Paketbranche mehr über Führung verrät, als vielen lieb ist

Die Paketbranche ist so etwas wie ein Brennglas für moderne Arbeit:

steigende Sendungsmengen, hohe Kundenerwartungen, knappe Margen – und Menschen, die das jeden Tag mit ihrem Körper und Nervensystem ausbaden.

Besonders sichtbar wird das in der Peak Season: rund um Black Friday, Cyber Monday und das Weihnachtsgeschäft. Innerhalb weniger Wochen explodiert das Volumen, Touren werden länger, Stopps dichter, Zeitfenster enger. Viele Zusteller:innen beschreiben diese Phase als „Ausnahmezustand“, der sich inzwischen jedes Jahr wiederholt – oft ohne echte Erholung danach.

Daten von AOK und anderen Krankenkassen sowie Branchenanalysen zeigen unter anderem:

  • Zusteller:innen und Beschäftigte in Post-, Kurier- und Expressdiensten haben einen deutlich höheren Krankenstand als viele andere Branchen.
  • Muskel- und Skelett-Erkrankungen liegen auffällig über dem Durchschnitt – Rücken, Knie, Schultern leiden unter hoher Last und vielen Treppen.
  • Psychische Belastungen nehmen zu: anhaltender Zeitdruck, Schichtarbeit, aggressive Kund:innen, wenig Einfluss auf die eigene Arbeit.

Das ist keine moralische Anklage – es ist eine Einladung, genauer hinzuschauen:

Was passiert neurobiologisch, wenn Menschen über Monate oder Jahre und ganz besonders in Peak-Phasen wie Black Friday unter solchem Druck arbeiten?
Und: Was kannst du als Führungskraft tun, um Gesundheit und Leistungsfähigkeit tatsächlich zu schützen – nicht nur in der Paketbranche, sondern in jedem hochbelasteten Umfeld?

2. Neurobiologie von Stress: Was im Gehirn deiner Leute passiert

Wenn die Tour schon mit Rückstand startet, das Fahrzeug randvoll ist, Kund:innen ungeduldig sind und das Tracking-System minütlich meldet, was noch offen ist, reagiert kein abstraktes „Mindset“, sondern ein sehr konkretes Stresssystem.

In Peak-Zeiten wie der Black-Friday-Woche ist dieses System oft nicht mehr zwischendurch, sondern dauerhaft aktiv.

Vereinfacht passiert im Gehirn:

  1. Die Amygdala – dein inneres Gefahrenradar – schlägt Alarm: „Bedrohung! Ich schaffe das nicht!“
  2. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet.
  3. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor: Puls hoch, Muskelspannung hoch, Verdauung runter.
  4. Der präfrontale Cortex – zuständig für Planung, Empathie, Impulskontrolle – wird funktional gedrosselt.

Kurzfristig ist das überlebenswichtig.

Chronisch, etwa über mehrere Wochen Peak Season, führt es jedoch dazu, dass Menschen:

  • unkonzentrierter werden und mehr Fehler machen
  • gereizter reagieren (gegen Kund:innen, Kollegen – oder sich selbst)
  • Schmerzen stärker wahrnehmen
  • schlechter schlafen und sich schlechter erholen
  • emotional abstumpfen („Ich funktioniere nur noch“)

AOK-Fehlzeitenanalysen zeigen seit Jahren:

Gerade Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen machen einen großen Anteil der Krankheitstage aus. In Branchen mit hoher körperlicher Belastung und starkem Zeitdruck – wie der Paketlogistik – ist das besonders sichtbar.

Das Muster:

schwere körperliche Arbeit + Dauerstress + Peaks wie Black Friday = hoher Krankenstand und lange Ausfälle.

3. Belastung ist systemisch – nicht „persönliches Versagen“

Wichtig für dich als Führungskraft:

Das Problem sitzt nicht (nur) im Kopf einzelner „nicht belastbarer“ Mitarbeitender, sondern im System.

Strukturelle Faktoren sind zum Beispiel:

  • steigende Paketmengen, besonders in Aktionszeiträumen wie Black Friday, Cyber Monday und Weihnachtsgeschäft
  • enge Taktung, große Zustellbezirke, viele Stopps pro Stunde
  • Subunternehmer-Strukturen, unsichere Beschäftigung, niedrige Löhne
  • kurzfristige Aktionen des Handels („Nur heute – kostenloser Versand!“), deren Effekte in der Zustellung landen, ohne dass Tourenplanung oder Personaldecke entsprechend mitwachsen

Neurobiologisch bedeutet das:

  • Wer keinen Einfluss auf Tourplanung, Arbeitsmenge oder Pausen hat, erlebt Kontrollverlust – ein zentraler Treiber für erlebte Bedrohung.
  • Wer sich nicht gesehen oder wertgeschätzt fühlt, verarbeitet Stress anders als jemand, der in ein stabiles Team eingebunden ist.
  • Wer permanent Grenzen überschreiten muss („Jetzt in der Black-Friday-Woche beißen wir halt nochmal die Zähne zusammen…“), entwickelt langfristig Muster von Selbstüberforderung.

Genau hier setzt resiliente Führung an. Nicht: „Wie mache ich meine Leute härter?“

Sondern: „Wie gestalte ich Rahmenbedingungen, in denen Gehirne nicht dauerhaft im roten Bereich laufen – gerade in Peak-Phasen?“

3a. Preiskampf und Politik: Warum Pakete so billig sind – und wer den Preis zahlt

Wenn wir über die Belastung von Zusteller:innen sprechen, gehört ein unbequemer Punkt dazu:

Die Pakete, die wir alle gerne „für ein paar Euro“ – gerade rund um Black Friday – verschicken oder empfangen, sind betriebswirtschaftlich hart umkämpft.

Branchenberichte zur KEP-Wirtschaft zeigen:

  • Die Paketmengen steigen seit Jahren, der Umsatz wächst – aber der Markt ist stark konzentriert. Einige wenige große Anbieter dominieren.
  • Zwischen diesen Anbietern herrscht ein intensiver Preiskampf – mit knappen Margen und starkem Druck, die Kosten pro Paket möglichst niedrig zu halten.
  • Große Versender verhandeln hart, viele Kund:innen sind preisgetrieben – und genau dieser Druck wandert entlang der Kette nach unten, bis in die Zustellung.

Rund um Black Friday verschärft sich das:

Rabattschlachten im E-Commerce, „kostenloser Versand“, Same-Day- oder Next-Day-Versprechen – all das erzeugt eine Paketflut, die bei den Menschen ankommt, die am Ende der Kette klingeln und tragen.

Viele in der Branche sprechen daher von einem „Billig-Reflex“:

Alle wollen es günstig – und am Ende zahlen die Menschen an der Rampe, im Depot und auf der Straße den eigentlichen Preis.

Politische Rahmenbedingungen als Verstärker

Der Preiskampf ist nicht nur „freier Markt“, sondern auch Ergebnis politischer und regulatorischer Entscheidungen:

  • Das Postgesetz definiert, welche Leistungen als Universaldienst gelten und flächendeckend bereitgestellt werden müssen. Darunter fallen auch bestimmte Paketleistungen für Privatkund:innen – mit entsprechenden Erwartungen an Preis und Verfügbarkeit.
  • Immer wieder gibt es Diskussionen über mögliche Wettbewerbsverzerrungen – etwa durch Verbundvorteile großer Anbieter oder durch Konstellationen, die faktisch zu Dumpingpreisen führen können.
  • Mindestlohnerhöhungen wurden in vielen Betrieben nicht durch echte Entlastung kompensiert, sondern teilweise durch höheren Leistungsdruck: strengere Kontrolle, dichte Taktung, inoffizielle Erwartungen an Überstunden.
  • Um gegenzusteuern, wurden Gesetze wie das Paketboten-Schutzgesetz mit Nachunternehmerhaftung auf den Weg gebracht und verlängert – ein Versuch, Verantwortung wieder nach oben in der Kette zu holen.
  • Gleichzeitig scheitern Vorstöße für besseren Gesundheitsschutz (z.B. niedrigere Gewichtsgrenzen, ab denen zwei Personen zustellen müssten) immer wieder an politischen Mehrheiten oder wirtschaftlichen Bedenken.

Unterm Strich entsteht ein Spannungsfeld:

Auf der einen Seite: der politische Wille, den Paketversand für Verbraucher:innen günstig und flächendeckend zu halten – mit sichtbar dramatischen Peaks rund um Black Friday.
Auf der anderen Seite: der Versuch, Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz nachzuziehen – oft zu spät und zu zaghaft.

Was das für dich als Führungskraft bedeutet

Du kannst den Preiskampf nicht allein auflösen – aber du kannst entscheiden, wie ungefiltert du ihn in deinem Bereich ankommen lässt.

Konkrete Ansatzpunkte:

  • Preis- und Kostenlogik transparent machen
  • Sprich im Führungskreis offen darüber, was „günstige Preise“ und „kostenloser Versand“ konkret bedeuten: für Tourlängen, Stopps pro Stunde, Krankenstände und Fluktuation – besonders in Peak-Phasen wie Black Friday. Nutze interne Zahlen und externe Studien, um klarzumachen: „Billig“ hat einen Preis – meist in Form von Gesundheit.
  • Gesundheit als Kostenfaktor sichtbar machen
  • Hohe Krankenstände, Fluktuation, Unfälle und Fehler sind nicht „persönliches Pech“, sondern wirtschaftlich relevante Effekte. Wenn du zeigen kannst, dass Überlastung teurer ist als investierte Entlastung, veränderst du die Diskussion auf Geschäftsleitungsebene.
  • Deine Werte gegen den Preiskampf schärfenFormuliere gemeinsam mit deinem Team:
    • Was ist für uns nicht verhandelbar, egal wie stark der Preisdruck ist?
    • Wo ziehen wir klare Grenzen (z.B. bei Tourlängen, Pausen, Gewichten, Arbeitszeiten – gerade in der Black-Friday-Woche)?

Das ist nicht naiv, sondern eine bewusste Führungsentscheidung – und ein klares Signal an die Gehirne deiner Leute:

„Du bist nicht nur Kostenstelle, sondern Mensch.“

Je weniger ungefiltert der Preisdruck bei den Einzelnen ankommt, desto weniger läuft ihr Nervensystem im Dauer-Alarm – und desto eher bleibt Leistung gesund möglich.

4. Resiliente Führung: 5 Hebel gegen Dauerstress

4.1 Klarheit & Steuerbarkeit schaffen

Gehirne lieben Vorhersagbarkeit.

In Hochlast-Branchen ist das selten zu 100 % möglich – aber mehr, als viele denken.

Praxisbeispiele:

  • Transparente Lastanzeigen: Zeig Teams frühzeitig, wie sich Sendungsmengen entwickeln (z.B. Black Friday, Cyber Monday, Weihnachtsgeschäft) – und welche Entlastungsmaßnahmen vorgesehen sind.
  • Mitgestaltbare Touren: Lass erfahrene Zusteller:innen an der Routen- oder Gebietsplanung mitwirken. Schon das Gefühl, Gehör zu finden, reduziert Stress.
  • Klare Entscheidungsregeln: Was hat Priorität, wenn es zu viel wird? Was darf offiziell (!) liegen bleiben? Was wird in Peak-Phasen bewusst nicht versprochen?

Transfer auf andere Branchen:

Ob IT-Operations, Pflege oder Kundenservice – überall dort, wo dauerhafte Überlastung droht, wirkt Klarheit wie ein „Beruhigungsmittel“ fürs Nervensystem.

4.2 Psychologische Sicherheit & Beziehung – Puffer im Gehirn

Neurobiologisch betrachtet sind verlässliche Beziehungen einer der stärksten Schutzfaktoren gegen Stress.

Menschen ertragen hohe Lasten länger, wenn sie sich zugehörig fühlen.

Als Führungskraft kannst du:

  • Regelmäßige Kurz-Check-ins etablieren: 5 Minuten vor Schichtstart – „Wie kommst du heute rein?“ Gerade in Peak-Phasen bewusst beibehalten, statt sie „wegzusparen“.
  • Belastung benennen, statt sie zu bagatellisieren:
  • „Ich sehe, dass die Black-Friday-Woche heftig ist. Lass uns schauen, was wir realistisch schaffen – und was nicht.“
  • Fehler als Lernchance statt als Schuldfrage behandeln – das reduziert die Bedrohungserfahrung im Gehirn.

Gerade in der Paketbranche, in der viele Beschäftigte in Subunternehmerstrukturen arbeiten, kann schon eine klare Zugehörigkeit zu einem Team oder Standort emotional enorm stabilisieren.

4.3 Realistische Lastverteilung & Priorisierung

Bei Dauerüberlastung hilft kein „Wir müssen da durch“ mehr.

Das Gehirn braucht glaubhafte Signale, dass Überforderung begrenzt wird – gerade in Hochlastwochen.

Konkrete Hebel:

  • Belastung sichtbar machen (z.B. einfache Visualisierung pro Tour/Schicht, besonders in Aktionszeiträumen wie Black Friday) und daraus klare Schwellenwerte ableiten:
    • Ab einer bestimmten Paketmenge → zusätzliche Kräfte
    • Ab einer bestimmten Tourlänge → Nachsteuerung / Splitting
  • „Stopp“-Regeln vereinbaren:
  • „Wenn du merkst, dass du heute nicht sicher fahren kannst, weil du so erschöpft bist, dann melden wir das um – ohne dass du Angst um deinen Job haben musst.“

Das ist nicht weich, sondern wirtschaftlich sinnvoll: Lange Ausfälle wegen Rückenproblemen oder psychischer Erkrankungen sind für Unternehmen teuer – und für Menschen existenziell belastend.

4.4 Mikro-Erholung integrieren

Das Nervensystem braucht keine Wellness-Woche, um zu regenerieren – oft reichen kleine, bewusste Erholungseinheiten.

Beispiele, die du als Führungskraft anstoßen kannst:

  • Geplante Mikro-Pausen fest in Touren oder Schichten einplanen (und nicht „on top“ erwarten, dass alles trotzdem geschafft wird) – gerade in der Black-Friday- und Vorweihnachtszeit.
  • Teams in einfachen körperlichen Entlastungsroutinen schulen (z.B. kurze Übungen für Rücken und Schultern an der Rampe).
  • Orte schaffen, an denen Mitarbeitende kurz „runterkommen“ können – ohne gleichzeitig verfügbar sein zu müssen.

Wichtig:

Nicht als „Selbstoptimierungstool“ verkaufen („damit ihr noch mehr schafft“), sondern als Ausdruck von Fürsorge und Professionalität.

4.5 Sinn & Werte klären

Unter Dauerstress verengt sich der Fokus: nur noch „Pakete weg“, „Tickets abarbeiten“, „Schicht rumkriegen“.

Das Gehirn verliert die Verbindung zu Sinn und Werten – und damit zu einer wichtigen Resilienzquelle.

Führung kann hier bewusst gegensteuern:

  • Wertearbeit im Team: Was ist uns im Umgang miteinander wichtig, gerade wenn es stressig wird – z.B. in der Black-Friday-Woche oder in den Tagen vor Weihnachten?
  • Sinn ankern: „Ihr seid die letzte Meile für unsere Kundinnen und Kunden – ihr macht den Unterschied, ob das bei denen Stress oder Erleichterung auslöst.“
  • Grenzen definieren: Was tun wir nicht, auch wenn der Druck steigt? (z.B. Arbeitsschutz aushebeln, Pausen systematisch „wegoptimieren“)

Gerade in Branchen mit hoher Fluktuation sind Werte einer der wenigen stabilen Orientierungspunkte.

5. Deep O.C.E.A.N.: Nicht alle reagieren gleich auf Stress

Mit dem Deep-O.C.E.A.N.-Modell kannst du besser verstehen, warum Menschen unter derselben Belastung – etwa in der Black-Friday-Phase – so unterschiedlich reagieren. Kurz ein paar typische Konstellationen:

  • Hoher Neurotizismus + hohe Gewissenhaftigkeit
  • → Diese Menschen merken früh, wenn etwas „nicht stimmt“, nehmen Druck stärker wahr und wollen gleichzeitig alles perfekt machen.
  • Risiko: innerer Verschleiß, Selbstvorwürfe, stille Erschöpfung.
  • Führung: viel Validierung („Ja, die Lage ist objektiv heftig“), klare Prioritäten, Erlaubnis, Dinge liegen zu lassen – gerade in Peak-Zeiten.
  • Hohe Verträglichkeit (Agreeableness)
  • → Sehr hilfsbereit, springen für andere ein, sagen selten „nein“.
  • Risiko: Überlastung durch permanente Mehrarbeit, ohne sichtbar zu klagen.
  • Führung: aktiv nachfragen, Lastverteilung transparent machen, „Nein-Sagen“ würdigen, Überstunden in Peak-Phasen im Blick behalten.
  • Hohe Extraversion + hohe Offenheit
  • → Gehen in Action und Veränderungen zunächst auf, lieben Tempo.
  • Risiko: Übersehen Warnsignale des eigenen Körpers, „Feuerwehrmodus“ wird Normalzustand.
  • Führung: bewusst entschleunigende Elemente setzen, Feedback zur Selbstfürsorge geben, in Peaks gezielt bremsen.

Im Coaching kann man diese Muster gezielt anschauen – nicht um Menschen zu „etikettieren“, sondern um Kommunikations- und Führungsstrategien passgenauer zu gestalten.

6. Wie Coaching (emTrace®, NLP & Wertearbeit) Führungskräfte in Hochlast-Branchen unterstützt

In der Arbeit mit Führungskräften aus Logistik, Dienstleistung und KMU tauchen bei diesem Thema drei Muster immer wieder auf:

  1. Loyalitätskonflikt
  2. „Ich sehe, wie meine Leute leiden – aber ich habe auch Druck von oben, vor allem rund um Black Friday und Weihnachten.“
  3. → Mit emTrace® lässt sich gezielt mit den zugehörigen Emotionen arbeiten (Ohnmacht, Schuld, Überforderung) und neue, handlungsfähige Bedeutungen verankern.
  4. Stress-Selbstbild
  5. „Ich muss funktionieren. Wenn ich Grenzen setze, bin ich nicht belastbar.“
  6. → Über NLP-Methoden lassen sich innere Glaubenssätze identifizieren und so verändern, dass Leistung und Selbstschutz gleichzeitig möglich werden.
  7. Unklare Werte & Prioritäten
  8. „Alles ist wichtig – Kunden, Zahlen, Menschen, Prozesse, Peak-Geschäft.“
  9. → In der Wertearbeit bringst du wieder Struktur rein: Was ist unverhandelbar? Wo gibt es Spielräume? Daraus entstehen klare Führungsentscheidungen statt reiner Reaktion.

Das Ziel:

Du wirst vom Stress-Verwalter zum Rahmen-Gestalter.

Gerade in Branchen wie der Paketlogistik – mit jährlichen Stresstests rund um Black Friday – ist das der Unterschied zwischen stillem Verschleiß und nachhaltiger Leistungsfähigkeit.

7. Fazit: Resiliente Führung ist Gehirnschutz

Die Entwicklungen in der KEP-Branche sind ein Warnsignal – und gleichzeitig ein Lehrstück für alle, die in hochbelasteten Systemen führen:

  • Chronischer Stress ist neurobiologisch real und messbar.
  • Hohe Krankenstände sind keine persönliche Schwäche, sondern ein systemischer Alarm.
  • Peak-Phasen wie Black Friday legen schonungslos offen, wo Systeme bereits am Limit laufen.
  • Führung hat einen enormen Einfluss darauf, ob Belastung eskaliert – oder ob sie bewältigbar bleibt.
  • Der Preiskampf und politische Rahmenbedingungen sind real – aber sie müssen nicht 1:1 auf Rücken, Nerven und Gesundheit deiner Leute durchschlagen.
Resiliente Führung bedeutet: die Gehirne deiner Leute ernst nehmen – und Rahmenbedingungen schaffen, in denen Leistung möglich ist, ohne Gesundheit zu verbrennen – auch nicht in der Black-Friday-Woche.

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